Adolf Bender


"Damit es nicht vergessen wird!"

Adolf Bender wurde 1903 in Mainz geboren. Dort erlebte er den ersten Weltkrieg, die Besetzung durch die Franzosen und die politischen Unruhen der Weimarer Republik. 

In Frankfurt verfolgte er den politischen Aufstieg Adolf Hitlers und stellte sich in vielen Diskussionen dem Nationalsozialismus entgegen. Zweimal wurde er überfallen und schwer misshandelt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste er nach Frankreich fliehen. Als er 1933 zurückkehrte, wurde er verhaftet und ohne Gerichtsverhandlung zunächst ins Konzentrationslager Börgermoor und anschließend ins KZ Esterwegen gebracht. Es folgten 3 Jahre "Schutzhaft". 1941 wurde er als Soldat der Wehrmacht eingezogen. Es folgte eine kurze Kriegsgefangenschaft, nach der er 1945 zu seiner Frau nach St. Wendel zog. Dort starb er auch 1997 im Alter von 94 Jahren.

Seine prägende Zeit im KZ verarbeitete der Maler im Moorsoldatenzyklus. Dieser beruht auf der Grundlage von im KZ angefertigten Skizzen. In Ausstellungen und Veranstaltungen wies der Maler und Pazifist immer wieder auf das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte hin. Besonders junge Menschen waren die Zielgruppe seiner antifaschistischen Bildungsarbeit. Adolf Bender folgte dabei stets seinem Lebensmotto: "Damit so etwas nie mehr geschieht!"

1986 erhielt er den Mia-Münster-Preis der Stadt St. Wendel für seine künstlerischen Arbeiten und 1988 den saarländischen Verdienstorden.

Lebensdaten

1903 Am 4. Februar wird Adolf Bender als viertes von neun Kindern in Mainz geboren
ab 1917 Besuch der Kunst- und Gewerbeschule Mainz
ab 1920 Mitglied im Mainzer Künstlerverbund
1924 Atelier in Frankfurt, er lernt am Frankfurter Städel Max Beckmann kennen
1933 Flucht nach Frankreich wegen Misshandlungen und drohender Verhaftung durch die Nationalsozialisten.
Bender kehr aufgrund einer Falschmeldung nach Mainz zurück und wird im Oktober verhaftet. Am 9. November wird er in das KZ Börgermoor, später in das KZ Esterwegen gebracht.
1936 im Herbst Entlassung nach 34 Monaten "Schutzhaft" in den Emslandlagern
1941 im Februar Einberufung zur Wehrmacht
1944 am 9. März Heirat mit Josefa Leist
1946 nach Kriegsgefangenschaft in St. Wendel niedergelassen, Geburt seines Sohnes Hans
1969 Verleihung des "Diplom d'Honneur" der International Arts Guild, Monte Carlo
1985 Gründung des Adolf-Bender-Zentrums
1986 Verleihung des Mia-Münster-Preises der Stadt St. Wendel
1988 Verleihung des Saarländischen Verdienstordens
1993 Veröffentlichung seiner Biographie "Ein Malerleben"
1997 am 2. April stirbt Adolf Bender