Kurzbeschreibung - Orte gegen das Vergessen

v.l. Landrat Udo Recktenwald, Ministerin Anke Rehlinger, Geschäftsführer-ABZ Willi Portz

Im Landkreis St.Wendel existieren mehrere jüdische Gemeinden, die seit dem 16. Jahrhundert das regionale Kulturgeschehen mit beeinflusst haben. Das Leben dieser Gemeinden wurde durch die Nationalsozialisten ausgelöscht. Vereinzelt sind allerdings noch "Spuren" dieses jüdischen Lebens zu sehen, zu diesen gehören einige Schulen, Friedhöfe, Synagogen, Mikwen.

Durch die Gestaltung von kleinen Plätzen mit Bänken und Informationstafeln soll die lange Geschichte jüdischen Lebens im Landkreis sowie seine Kultur und Religion vergegenwärtigt und im Bewusstsein der Bewohner und in der Region verankert werden. Zu diesem Zweck werden 7 Orte bzw. Plätze ausgesucht und gestaltet. 

Im Rahmen der Bewusstseinsbildung sind zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen (z.B. Projektpräsentationen, Ausstellungen, Filmdukumentationen, Informationsbroschüre für Interessierte wie Anwohner und Touristen) geplant. Ebenso wird neben der Werbung ein umfangreiches pädagogisches Programm für Schulen entwickelt und umgesetzt.

Zur Spurensicherung jüdischer Geschichte in der Region gehört auch die Auseinandersetzung mit der Verfolgung und Deportation von jüdischen Bürgerinnen und Bürgern in Konzentrationslager während des Nationalsozialismus und der Widerstand gegen das Unrechtsregime. So jährte sich z.B. 2012 das 110-jährige Bestehen der ehemaligen Synagoge in St.Wendel, die in der Reichspogromnacht niedergebrannt wurde. Dieses Datum bietet Anlass, die Geschichte der Familie Berl aus St.Wendel, die zu den Opfern des Nationalsozialismus gehörten, in die Projektarbeit mit Jugendlichen einzubinden.

Das Projekt ist als Partnerprojekt Teil des Kulturprogramms "St.Wendeler Land steinreich" und wird einbezogen in die Leitbildarbeit "St.Wendeler Land steinreich: auf den Spuren einer 2.500-jährigen europäischen Kulturentwicklung".