Familie Hanau

Foto von Sibilla Hanau.

Das Haus am Bielenberg 2 mit Stallgebäude hatte Bernhard Hanau in Bubrich mit eigenen Händen erbaut. Er war verheiratet mit Bertha Meyer. Die Familie war jüdischen Glaubens und ernährte sich durch Viehhandel.

Über das Nachbarschaftsverhältnis der Hanaus, ihre Hilfsbereitschaft und ihr Zuvorkommen, konnte nur das Beste berichtet werden.

Bertha und Bernhard Hanau hatten vier Kinder: Sibilla, Else, Frieda und Herbert Hanau. Frieda und Sibilla wurden beide nach Auschwitz deportiert und dort am 15. Februar 1944 ermordet. Ihre Eltern wurden ebenfalls deportiert, jedoch ist ihr Schicksal unbekannt.

Else war schon vor dem Krieg nach Paris gegangen. Auch Herbert überlebte und betrieb nach dem Krieg ein Schuhgeschäft in Saargemünd. Er war einer der wenigen Juden, die nach dem Krieg ab und zu in ihr Heimatdorf zurück kamen.

Eine Nachbarin berichtet: „Seine Schwester Else aus Paris hatte sich geschworen, nie mehr deutschen Boden zu betreten, wo ihren Eltern und Geschwistern solches Schicksal bestimmt war. Doch das Heimweh nach dem Bubricher Bielenberg hatte sie eines Tages doch gepackt. Zusammen mit ihrem französischen Mann und ihrer Tochter saß sie tränenüberströmt in ihrem Auto am Bielenberg, wo sie sich ihrer Jugendjahre erinnerte. Wie sie sich gegenüber einer Nachbarin äußerte, hätte sie Paris mit allen Vorteilen einer Großstadt gegen die Heimeligkeit des Bielenbergs getauscht, wenn es wieder hätte so sein können wie früher.

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