Paula und Julius Marx

Julius Marx lebte mit seiner Frau Paula (geb. Kahn) in Bettingen, beide waren jüdischen Glaubens. Julius Marx betrieb ein Konfektionsgeschäft in der Lindenstraße und verkaufte Kleider, Baumwolle und Stoffe.

Auf dem Foto oben sieht man die damaligen Mieter Reinhold Ruschel und seine Schwester Bäbchen im ersten Stockwerk des Geschäftshauses im Fenster.

1938 kaufte die damalige Bürgermeisterei Schmelz das Geschäftshaus an. Danach war dort ein Abteilungsstab des Reichsarbeitsdienstes (RAD) untergebracht.

Julius Marx verließ Bettingen 1939 gemeinsam mit seiner Frau Paula. Sie gingen nach Saarbrücken und wurden von dort in ein Konzentrationslager deportiert. Ihr Schicksal ist bis heute unbekannt.

Judenverfolgung im Dritten Reich 1941-1945 (in Auszügen):

1941 – Juden müssen den Gelben Stern tragen, Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel verboten
1942 – Wannsee-Konferenz: „Endlösung der Judenfrage“, Ziel: Vernichtung von 11 Mio. europäischen Juden
1943 – Schließung aller jüdischen Schulen, Juden dürfen keine Bücher mehr kaufen
1945 – 27. Januar: Befreiung des KZ Auschwitz durch sowjetische Truppen, 8. Mai: Kriegsende

Historiker gehen davon aus, dass ca. 6 Mio. Juden von den Nazis ermordet wurden.

Medien