Margaretha Weber (1882-1945)

„Sie war eine ganz liebe Person und hochintelligent“, erinnert sich heute noch Josefa Lauer, die Großnichte von Margaretha Weber (geb. 1882). Ihr wurden Bein und Brust nach einem Unfall in der Scheune amputiert. Margaretha Weber erfreute die Familie mit schönem Strickwerk, bis sie im Zuge der Euthanasie auf der Liste der Nationalsozialisten landete. Ihre Familie hatte keine Wahl. Ein wenig hoffte sie, dass Margaretha Weber in Kusel besser aufgehoben sie als daheim, denn die Front rückte 1944 immer näher. Aufgrund ihrer eingeschränkten Bewegungsfreiheit konnte sie keinen Schutz im Bunker suchen.

Margaretha Weber wurde 1944 im Alter von 62 Jahren mit einem Transport deportiert, in dem auch andere „Kranke“ aus den umliegenden Ortschaften waren - keiner von ihnen kam wieder zurück. Margaretha Weber wurde am 11.03.1945 in die Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster verlegt. Dort starb sie nur wenige Wochen danach, offiziell an Herz- und Kreislaufversagen. Die genauen Umstände ihres Todes sind bis heute nicht bekannt.

Euthanasie bedeutet übersetzt „schöner Tod“, ein grauenvoller Euphemismus, der bei den Nazis für die Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ stand.

„Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster“

Die Klinik war am Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten nachweislich beteiligt. Die meisten Opfer kamen aus Konzentrationslagern, mind. 296 wurden ermordet.

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