Dr. Ludwig Wolff (1887-1941)

"Ein Telegramm vom Auswärtigen Amt: 'Dr. Ludwig Wolff gestorben.' An Herzschlag ... Heimweh ... Er hatte Kummer und Sorgen um uns." - Ursula Ziegert am 16.11.2010

Der Arzt Dr. Ludwig Wolff stammt aus einer jüdischen Familie aus Pirmasens. Nach dem Einsatz im 1. Weltkrieg zieht er 1920 mit seiner Familie nach Saarlouis. Dort praktiziert er als angesehener Arzt. Durch die Nazis wird er dazu gezwungen, sein Praxisschild in „Ludwig Israel Wolff, Krankenbehandler“ umzuändern. Aus diesem Grund kommen nur noch wenige Patienten zur Behandlung in seine Praxis.

Da Ludwig Wolff aus einer wohlhabenden Familie stammt, wäre es ihm möglich gewesen, auszuwandern. Allerdings blieb er, weil er die Verfolgung jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger im Deutschen Reich nicht für möglich gehalten hat.

Jedoch finanziert er einer seiner Töchter 1937 die Flucht nach Paris. Im Zuge der Pogromnacht in Saarlouis wird Dr. Ludwig Wolff am 10.11.1938 in das KZ Dachau deportiert. Von dort wird er 1939 von Mitgliedern seiner Verbindung freigekauft. Er wird allerdings gezwungen, nach Shanghai auszuwandern. Im Exil stirbt er am 24.08.1941 aufgrund von Kummer und Heimweh.

An dieser Stelle wurde außerdem ein Stolperstein für die Familie Cahn verlegt. Inforamtionen dazu finden Sie hier: Link

Judenverfolgung im Dritten Reich 1933-1940 (in Auszügen):

1933 – Boykott jüdischer Geschäfte

1935 – Nürnberger Rassengesetze

1938 – Berufsverbot für jüdische Ärzte, Juden dürfen keine Behörden betreten, 09.11.: Reichspogromnacht, Juden werden vom Schulbesuch ausgeschlossen

1939 – Ausgehbeschränkungen für Juden, Juden müssen alle Rundfunkgeräte abgeben

1940 – Juden müssen alle Telefonanschlüsse abgeben, Inbetriebnahme des KZ Auschwitz.

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