Sonnenstraße 11: Peter und Nikolaus Berger

"Er war so guter Dinge nach dem Attentat. Wie war er so froh. Ich hatte überhaupt kein gutes Gefühl. Zwei Tage später haben sie ihn verhaftet." - Adele Thelen, Tochter von Peter Berger, am 08.04.2011

Peter Berger wird 1883 in Rehlingen geboren. Nach dem 1. Weltkrieg kommt er mit seiner Familie über Metz nach Saarlouis, wo er sich eine Existenz als orthopädischer Schuhmachermeister aufbaut. Peter Berger war Fraktionsvorsitzender der kommunistischen Partei im Saarlouiser Stadtrat und überzeugter Pazifist. Er engagiert sich in der Status-Quo-Bewegung und muss nach der Saarabstimmung 1935 nach Frankreich fliehen, kommt jedoch wieder nach Saarlouis zurück. Es folgen mehrere Verhaftungen und Kriegseinsatz. Trotz Erblindung wird er 1944 verhaftet und kommt in das Gestapolager „Neue Bremm“. Von dort aus wird er in das KZ Dachau deportiert und im März 1945 ermordet.

Sein Sohn Nikolaus Berger wird 1908 in Metz geboren und war ebenfalls Schuster. Nachdem er mit seiner Familie Ende 1935 nach Saarlouis zurückgekehrt ist, lässt er sich später im thüringischen Suhl nieder. Dort wird er 1938 verhaftet und im Dezember 1941 im KZ Mauthausen ermordet.

Ein Besuch im Gestapo-Lager „Neue Bremm“:

„Dann brachten sie meinen Vater quer über das Gelände. Ein Wachmann hielt ihn an der Hand, er tappte ganz ungeschickt neben ihm her. Ich durfte ihn umarmen, wir weinten beide. Ich hatte eine Thermosflasche mit Bouillon und belegte Brote dabei. (…) Ich fragte ihn, wie es ihm gehe. Er sagte: 'Ich mache mir keine Illusionen, ich komme hier nicht mehr raus, das schaffe ich nicht mehr. Versprich mir, dass du niemanden aufnimmst. Ich mache mir große Sorgen.'“ (aus: Thelen, Adele: Glück am Abgrund. Saarbrücken 2003.)

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