Silberherzstraße 3: Fritz Ellmer (1899-1942)

"Im Alter von zehn Jahren ist mein Vater Halbwaise gewesen, und da war es für ihn einfach schön, einen Onkel zu haben wie Fritz Ellmer." - Dr. Helmut Basel, Großneffe von Fritz Ellmer, am 08.04.2011

Nach dem 1. Weltkrieg geht Fritz Ellmer in den Staatsdienst im preußischen Westfalen und arbeitet im Polizeidienst in Dortmund. Er heiratet eine Frau jüdischen Glaubens, Hella, geb. Edelstein, und engagiert sich in der kommunistischen Partei. Als die Nationalsozialisten die Macht in Preußen übernehmen, flieht Ellmer nach Saarlouis. Er ist kommunistischer Stadtverordneter und agitiert im Abstimmungskampf gegen den Anschluss an das nationalsozialistische Deutschland. Nach dem 13. Januar 1935 muss er mit seiner Frau Hella nach Frankreich emigrieren und lebt in Paris.

1941 wird er mit seiner Frau Hella verhaftet und stirbt im KZ Sachsenhausen. Der Totenschein wird auf den 20.07.1942 mit der Todesursache Lungentuberkulose ausgestellt.

1945 wird in Saarlouis eine Straße nach ihm benannt, jedoch wurde sie 1951 von Fritz-Ellmer-Straße in Albrecht-Dürer-Straße umbenannt.

KZ Sachsenhausen:

Durch die Nähe zu Berlin und damit auch zur Gestapozentrale hatte dieses Lager eine Sonderrolle im KZ-System. Das Lager diente als Ausbildungsort für KZ-Kommandanten und das Bewachungspersonal im ganzen NS-Bereich. Insgesamt wurden ca. 200.000 Häftlinge nach Sachsenhausen deportiert. In etwa 100 Außenlagern leisteten die Häftlinge Zwangsarbeit, vor allem in der Rüstungsindustrie. Insgesamt wurden mehrere zehntausend Häftlinge ermordet. Nach dem Krieg diente es als sowjetisches Speziallager.

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