Schwarzochsenstraße: Marlies Löb (1933-1943)

"Die Menschenverachtung zeigte sich darin, dass meine Mutter im Telegramm mit 'aufrichtiger Anteilnahme' zur Beerdigung eingeladen wurde." - Walter Löb, Bruder von Marlies Löb

"Kurz davor wurde meine damals 10-jährige Schwester Marlies gegen den Willen meiner Mutter von zu Hause einfach abgeholt und weggebracht. Marlies hatte Wachstumsstörungen, war aber ansonsten gesund. Sie wurde in Idstein im Taunus, in einem Heim dort, untergebracht.

Anfang 1943 besuchten meine Mutter und ich Marlies dann in Idstein. Marlies erzählte mir, dass sie immer Spritzen bekäme, die sehr weh täten. Meine Mutter und ich wollten Marlies mit nach Hause nehmen. Doch wir wurden von der dortigen Heimleitung angehalten, sofort Idstein, natürlich ohne Marlies, zu verlassen. Andernfalls würde man dafür sorgen, dass auch ich in das dortige Heim eingewiesen würde. So fuhren wir traurig und verzweifelt nach Hause. Marlies, so erfuhren wir, würde nach Hadamar verlegt werden. Zwei Monate später erhielten wir dann von dort ein kurzes Telegramm, dass meine Schwester an einem Hirnschlag verstorben wäre." - Erinnerungen Walter Löbs an seine Schwester Marlies

Die Mordzentren der Euthanasie:

• Grafeneck (Württemberg)
• Brandenburg an der Havel
• Hartheim (bei Linz)
• Sonnenstein in Pirna (Sachsen)
• Brandenburg an der Saale (Provinz Sachsen)
• Hadamar (Hessen)

Die Zahl der Euthanasie-Opfer wird auf etwa 180.000-200.000 geschätzt.

Opfer waren Frauen, Männer, Kinder.

Marlies Löb wurde 1943 in Hadamar ermordet.

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